Was bedeutet Spiritualität für mich?
Die Frage „Wer bin ich wirklich“ wurde, als ich ins Jugendalter kam, sehr dringlich.
Die Antworten waren geprägt von dem katholischen Umfeld, in dem ich aufwuchs. Ich spürte intuitiv Enge und Schuld in den Inhalten. Widerstand regte sich und ich begann außerhalb der gewohnten Umgebung zu suchen, zu fragen, zu diskutieren. Staunend sammelte ich diverse Antworten und verwickelte eifrig alle möglichen Menschen in diese für mich essentiellen Gespräche.
Auf dieser Forschungsreise befinde ich mich nach wie vor, mit dem Unterschied, dass ich spüre auf der Spur zu sein, die mir Antworten liefert, die sich wahr und gut anfühlen, mich im tiefsten Inneren berühren.
„Wer bin ich, woher komme ich, wohin gehe ich, was ist meine Aufgabe“ – das Interesse an diesen Fragen ist für mich Basis für eine spirituelle Reise.
Spiritualität ist eine höchstpersönliche Erfahrung. Die Befreiung aus religiösen Dogmen unterstützte mein unmittelbares Erleben einer transzendenten Wirklichkeit.
Es ist für mich das Gefühl des Verbunden Seins mit Allem und die spürbare Kraft des essentiellen Vertrauen ins Leben selbst. Das Wissen, das Alles aus dem gleichen Stoff gemacht ist. Die Ahnung, dass jedes Wesen mehr als Körper ist. Das Alles miteinander verbunden ist.
Ich bin davon überzeugt, dass ich Spirit bin, die hier auf dieser Erde das Geschenk der körperlichen Erfahrung macht. Die Öffnung zu dieser Kraft hin, die Verbindung zur Weltenseele untertützt mich im Finden der Antworten auf meine Dasein-und Sinnfragen zu finden.
Die Natur ist meine starke Verbindung zu diesem spirituellen Erleben. Ich durfte einen langen Weg gehen, um mich zu befreien von der Idee, dass wir getrennt von allem sind und uns über andere Wesen stellen. Das dualistische Weltbild in dem wir aufgewachsen sind trennt Körper, Geist und Seele. Himmel und Erde. Diese Vorstellung verursacht ein Loch in uns, dass wir ständig versuchen zu stopfen ...
Ich hatte gelernt den Fortschritt zu glorifizieren. Er ist eine Zwischenstation, die wichtig war auf dem Weg der Evolution und tatsächlich Großartiges hervorgebracht hat. Gleichzeitig war er Fort – Schritt weg von uns selbst. Wir haben uns im Fortschritt verloren.
Ich glaube an eine Welt in der nicht nur wir Menschen uns als gleichwertig erleben, sondern auch JEDES nicht – menschliche Wesen. Ich glaube an die Seele in JEDEM Wesen, die sich im Individuum und in ihrer Ganzheit zeigt. Ich mag das Bild einer UrQuelle, aus der wir alle und alles kommt. Das lässt mich staunend, vertrauend und dankbar sein.
Die Realität des „Ich – bin“ ist wichtig und lebensunterstützend, wenn sie eingebettet und verbunden im großen Ganzen ist. Dieses große Ganze, diese Kraft, Gott, Universum, die UrQuelle – jede:r der sich dem öffnet wird einen Namen dafür finden, ist das Verbindende. Diese Kraft ist immer vorhanden, in jedem von uns.
Meine Ausbildungen bei Natur als Partnerin und in der Shambhala Wilderness Schule haben diesen Entwicklungsweg achtsam unterstützt. Ich bin zu tiefst dankbar für die Menschen, meine Lehrer:innen: Christine Lindenthaler, Hans Jörg Lindenthaler, Franz Redl, Claudia Pichl, Merridith Little, Silvia Koch-Weser, Veit Lindau. Große Dankbarkeit geht zu meinen Weggefährt:innen hinaus, die sich auf die selbe Reise begaben, und teilweise noch immer gemeinsam mit mir weiterreisen.